Schönes Esszimmer, gerade frisch renoviert, weihnachtlich herausgeputzt
und ein Adventskranz ....
Am 27. Dezember, gleich nach Weihnachten, sind wir morgens nach dem Frühstück nach Sylt gefahren. 1 Woche Ruhe, Entspannen, Spaziergänge, lecker Essen, Silvester-Party...
... und dann bekamen wir abends, 12 Stunden später, einen fürchterlichen Telefonanruf:
Bei uns brennt es !!!
Einem 16jährigen Jungen aus der Nachbarschaft ist es zu verdanken, dass unser Haus nicht abgebrannt ist.
Er kam abends an unserem Haus vorbei und sah, dass es brennt und alarmierte sofort die Feuerwehr. Die Leute von der Leitstelle nahmen ihn anfangs garnicht ernst und er musste sich wirklich sowas wie 'Ja, ja - und im April kommt der Osterhase' anhören. Erst beim 3. Anruf und der Drohung, dass er jetzt mit einer Stange versucht ins Haus zu kommen, glaubte man ihm. Die Feuerwehr rückte aus.
Sie schlugen diese Scheibe (nachts kam noch ein Notfallglaser und hat eine einfache Scheibe wieder eingesetzt) ein, stiegen ein und schmissen den brennenden Kranz auf den Boden. Danach haben sie gelöscht und den Tisch nach draußen befördert.
Die Flammen waren schon bis zur Lampe hoch und es hätte sicher nicht mehr lange gedauert und die ganze Decke hätte gebrannt und dann ...
Der Anruf - du sitzt auf der Insel - abends - du kannst nicht mehr weg - und du hast keine Ahnung was wirklich gerade bei dir los ist....
An den Adventskranz haben wir dabei überhaupt nicht gedacht, eher an den Herd oder einen Kurzschluss.
Wir meinen den Adventskranz ausgepustet zu haben, wahrscheinlich haben wir eine Kerze doch nicht erwischt ... Über 12 Stunden hat es gedauert bis die Flamme dann dieses Unheil anrichtete.
Diese ganze Geschichte hat uns sehr, sehr schockiert. Ich war wie gelähmt, garnicht in der Lage zu denken 'was wäre, wenn'. Fassungslosigkeit, Selbstzweifel, Angst - wie konnte das passieren!
Ganz, ganz schlimm - diese Gefühle
Ein paar Tage haben wir gebraucht - nun geht es uns besser. In der Zwischenzeit ist unser 1. Enkelkind geboren. Dafür musste hier im Blog genügend Platz und Raum sein.
Nun geht es uns besser
Letztes Wochenende haben wir dann noch mal von neuem angefangen.
Die Decke vom Esszimmer und auch die Wände mussten neu gestrichen werden. Die Decke vom Wohnzimmer haben wir abgewaschen und auch die Tapeten vorsichtig feucht abgewischt. Unser Housesitter Karin hatte schon vor unserer Ankunft, am Mittwoch, vieles aufgesaugt und gewischt.
Tisch und Lampe sind ersetzt. Die Gardinen haben ein paar Funken abbekommen. Aber das lässt sich in den Falten gut verstecken (die sind mit den Perlen einfach zu hübsch). Nur bei 2 Stühlen hat das Polster was abbekommen - halb so schlimm.
Großes Glück im Unglück
Der Beharrlichkeit und dem Mut dieses jungen Mannes
ist es zu verdanken, dass nix weiter passiert ist. Er hat nicht weggesehen und sich lieber um seinen Kram gekümmert. Er hat sich eingesetzt und nicht aufgegeben obwohl man ihn anfangs nicht ernst genommen hat. Toffifee wollte er noch kaufen, weil er gern was schnökern wollte beim Fernsehen, erzählte seine Mutter und Penny hat ja noch bis 22 Uhr auf ...
So - einfach - erklärt sich unser Glück ...
In der Zwischenzeit haben wir all unsere Helfer zu einem schönen Essen eingeladen. Wir wollten einfach unser Glück mit ihnen feiern. Das war wirklich ein schönes Fest.
Der junge Mann wird in den nächsten Tagen noch besondere Post bekommen: Eine Anerkennung vom Bürgermeister und gleichzeitig eine Einladung zum Neujahrsempfang im Rathaus. Ich konnte einfach nicht anders und hab' dort unsere Geschichte erzählt. Ich finde, dieser Courage gebührt besondere Anerkennung. Ich freue mich sehr, das man das im Rathaus genauso sieht.
xxx - hier werd' ich noch ein Bild einfügen (heute vom Frühstück)
Ich habe wirklich lange überlegt ob ich diese Geschichte poste und hab' mich dann dafür entschlossen. Natürlich haben meine Zweifel was mit Scham zu tun, denn in versicherungsdeutsch war unser Verhalten nix anderes als grobe Fahrlässigkeit. Und wer gesteht das schon gern in aller Öffentlichkeit ein.
Aber! Ich denke, dass kann leider wirklich jedem passieren - abgelenkt durch den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn, schnell aus dem Haus und ... Bitte Vorsicht !
Und noch ein 2. Aber! Hier soll auch Platz sein für unsere große Dankbarkeit.
Sehr liebe Grüße Birgit